
Inklusive Pädagogik
Der Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik beforscht Bildungsprozesse angesichts von Behinderung und anderer Ungleichheitsdimensionen wie Geschlecht, sozio-kulturelle, sozio-ökonomische sowie ethnische Herkunft, Alter und sexuelle Orientierung in ihrer Intersektionalität und historischen Genese. Gegenstand Inklusiver Pädagogik ist seit ihrer Begründung im 19. Jahrhundert als Heilpädagogik die gemeinsame Bildung von Menschen mit und ohne Behinderung. Inklusive Pädagogik setzt die Wertschätzung menschlicher Vielfalt voraus. Sie zielt auf die Initiierung von Bildungsprozessen in heterogenen Gruppen in Bildungsinstitutionen ebenso wie auf die volle gesellschaftliche Teilhabe.
Der Arbeitsbereich forscht schwerpunktmäßig in den Bereichen:
- philosophische und theoretische Grundlagen (insbesondere der Ethik und der theoretischen Konstituierung der Disziplin)
- globale und empirische Perspektiven auf Fragen von Inklusion, Partizipation, Ungleichheit, Behinderung und Bildung.
- berufliche und gesellschaftliche Partizipation von Menschen mit Behinderungen und Benachteiligungen inkl. ihres Übergangs von Schule zu Beruf
Aktuelles
Gastvorträge im Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik im November
Im November durften wir zwei internationale Gäste begrüßen: Associate Professor Dr. Nicole Brown (UCL) gab Einblicke in ihr Projekt „Disclosure Dances“, gefolgt von einem praxisnahen Workshop. Außerdem diskutierte Professorin Dr. Sarah O’Shea (CSU) im Rahmen der International-Wednesday-Reihe das australische Hochschulsystem und arbeitete mit dem Team zum Bourdieu–Sen-Ansatz.
Am Montag, den 03. November 2025, war Associate Professor Dr. Nicole Brown vom University College London (UCL) bei uns zu Gast. In ihrem Vortrag stellte sie Ergebnisse des Projekts „Disclosure Dances: disabled, chronically ill and/or neurodivergent in academia“ vor. „Disclosure Dances“ beschreibt die Kosten-Nutzen-Abwägungen, welche Wissenschaftler*innen mit Behinderungen im Rahmen von Offenlegungs-Entscheidungen tätigen: was wird wo, mit wem und in welcher Tiefe offengelegt? Welche Konsequenzen sind daraus zu erwarten? Kosten sind dabei weniger monetär zu verstehen, sondern viel mehr im Sinne von was dafür aufgewendet werden muss an Zeit, an Erklärungen oder emotionalen Ressourcen. Der Vortrag rückte zudem den Körper bzw. Körperlichkeiten als zentrales Element von Forschung in den Vordergrund. Und zwar als Teil der Aushandlungen, sowie der Beziehungsebene zwischen Forschenden und den Teilnehmenden. Prof. Brown wies hier auf die große Lücke in der Methoden-Literatur hin, die eine generelle Annahme von able-bodiedness bei den Forschenden vermuten lässt. Dies ist nur ein Beispiel für Ableismus in der Wissenschaft, worüber sie u.a. zwei Bücher veröffentlicht hat. Neben den wissenschaftlichen Ergebnissen beeindruckte die künstlerische Aufarbeitung der Studie, die im Rahmen einer Ausstellung in England präsentiert wurde.
Im Anschluss folgte ein spannender Workshop, in dem neben inhaltlichen Input konkrete Strategien geübt wurden, wie Barrieren an Hochschulen aktiv abgebaut werden können – etwa durch Mikrofonetikette, die Anpassung von Lehrmaterialien, das Eingehen auf Bedarfe von Studierenden und Mitarbeitenden, die Anpassung von Projektfinanzierungen sowie Regelungen zu krankheitsbedingten Auszeiten im Kontext von Behinderung (disability-related sick leave). Für Studierende und alle Teilnehmenden war es ein intensiver und sehr lehrreicher Nachmittag.
Am Mittwoch, den 26. November 2025, war die renommierte australische Hochschulforscherin Professorin Dr. Sarah O’Shea zu Gast. Im Rahmen der International-Wednesdays-Reihe beleuchtete sie das australische Hochschulsystem und hinterfragte traditionelle Vorstellungen von linearen Bildungswegen im tertiären Bildungsbereich. Nicht-lineare Studienverläufe sind verbreitet – und können als Ressource verstanden werden. Aktuell fokussiert Prof. O’Shea ihre Forschung auf Studierende aus ländlichen Räumen („rural students“) in Australien, eine besonders benachteiligte Studierendengruppe. Der International Wednesday endete mit einer lebhaften Diskussion und einem kleinen Empfang.
Wir freuen uns sehr, so hochkarätige Gäste im November am Arbeitsbereich begrüßt zu haben. Herzlichen Dank für den inspirierenden Austausch – wir hoffen auf weitere Kooperationen in der Zukunft!

Wir gratulieren
Im Rahmen des Projekts ‚Posters in Parliament‘ präsentierten am 3.12.2025 zwei Absolventinnen des Instituts ihre ausgezeichneten BA-Arbeiten. Nicole Nahina und Katharina Erb erhoben im BA-Seminar bei Verena Krausneker empirische Daten über/mit First Generation Studierenden.
Für dieses Projekt wurden insgesamt 24 Studierende aus ganz Östereich und aus allen Studienrichtungen von ihren Lehrenden nominiert und dann ausgewählt. Sie erhielten eine ausführliche Schulung mit Einzelcoaching und bestritten einen intensiven Nachmittag im Parlament, an dem sie ihre Forschungsergebnisse pitchten und viele Fragen der Gäste beantworteten.
Die Poster zu den beiden bildungswissenschaftlichen Arbeiten über First Generation Studierende werden auch 2026 noch im Parlament ausgestellt sein und den Abgeordneten nahegebracht werden. Siehe auch: https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2025/pk1128
Gastvortrag von Prof. Dr. Bettina Lindmeier: „Mädchen und Frauen im Autismus-Spektrum: Späte Diagnose, Masking und Gender im Kontext von Neurodiversität“
Am Donnerstag, 11.12., von 15:00 bis 16:00 Uhr
Seminarraum 4, Institut für Bildungswissenschaft, Sensengasse 3a, 1090 Wien, 1. Stock
Zoom: https://univienna.zoom.us/j/69184015170?pwd=F6aK0eLnGKxeWm4Sw3aokohXXbA3xo.1
Meeting ID: 691 8401 5170
Kenncode: 593722
Prof.in Dr.in phil. habil Bettina Lindmeier ist im Wintersemester 25/26 Gastprofessorin am Institut für Bildungswissenschaft im Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik. Seit 2008 hält sie die W3 Professur für allgemeine Behindertenpädagogik und -soziologie am Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover inne. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die behindertenpädagogische und -soziologische Theoriebildung, insbesondere in der Differenz- und Inklusionsforschung. Mit dem Thema Autismus beschäftigt sie sich vorrangig im Kontext von Gender(-differenzen), falscher und später Diagnose sowie Masking.
In ihrem Vortrag am 11. Dezember (15:00-16:00) wird sie über die Herausforderungen von Mädchen und Frauen im Autismus-Spektrum sprechen, die häufig erst spät im Leben diagnostiziert werden. Dafür wird sie auf das Konzept Masking eingehen, eine anstrengende (Überlebens-)Strategie, um Teilhabe zu realisieren und Ablehnung zu verringern, sowie auf den Einfluss von Gender(-stereotypen) und neueren Entwicklungen im Kontext Neurodiversität.
Nähere Informationen zum Vortrag sind im Anhang zu finden.
Im Anschluss an den Vortrag möchten wir Sie und euch zu einem kleinen Buffet einladen und freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und einen regen gemeinsamen Austausch.
Herzliche Grüße
Helga Fasching, Vivian Schwarz & Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik
Michaela Joch moderiert Online-Austausch zu Freizeit und Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen
Die gesamte Sitzung wird live via YouTube-Stream übertragen.
Link zu weiteren Informationen & Anmeldung: aufwachsen-mit-behinderungen.eventbrite.at
Prof. Dr. Helga Fasching als internationale Expertin: Evaluation des UNICEF-Programms für Jugendliche in Armenien (2021–2024)
Prof. Dr. Helga Fasching war als internationale Expertin und Kooperationspartnerin an der Evaluation des UNICEF-Programms für Jugendliche (P4AY) in Armenien von 2021 bis Q1 2024 (Altersgruppe 12–24) beteiligt. Die Evaluation zeigte, dass die Programme relevant, inklusiv und weitgehend wirksam bei der Stärkung Jugendlicher und Förderung der Gleichstellung sind. Koordinations- und Programmierungsfragen zwischen Partnern wurden festgestellt, und Nachhaltigkeit bleibt eine Herausforderung. Acht Empfehlungen sollen partizipative Ansätze, geschlechter- und behindertensensible Praktiken, Partnerkapazitäten und Dokumentation von Lernerfahrungen stärken.
Der Evaluationsbericht wurde auf der UNICEF-Website veröffentlicht. Sie können ihn hier einsehen.
Neue Gastprofessur Wintersemester 2025/26
Wir freuen uns, Prof. Dr. Bettina Lindmeier als Gastprofessorin im Wintersemester 2025/26 begrüßen zu dürfen. Sie ist Professorin für Allgemeine Behindertenpädagogik und -soziologie an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem das Alter lebenslang behinderter Menschen, Biografiearbeit und die Zusammenarbeit mit Familien mit behinderten Angehörigen.
Details zu ihren beiden Veranstaltungen finden Sie hier.
Café Puls – Beitrag zum Thema Anforderungen an Lehrer:innen
Univ.-Prof. Susanne Schwab, die das FWF-Projekt Evaluierung der Deutschförderklassen leitet, war Gast in der TV-Show Café Puls und brachte wichtige Perspektiven ein: „Sprachliche Vielfalt kann Brücken bauen: Türkischkenntnisse von Lehrpersonen erleichtern Kommunikation mit Eltern und fördern die Bildungsbeteiligung von Kindern, ohne Deutsch als Unterrichtssprache zu ersetzen.“ Das Interview können Sie unter diesem Link ansehen.
Dr. Verena Krausneker im Interview auf Gebärdenwelt.tv zum Thema "Gebärdensprachavatare"
Spannende Einblicke in die Chancen und Herausforderungen von Gebärdensprach-Avataren finden Sie unter folgendem Link.
Informationen aus dem Arbeitsbereich
Dissertationspreis der ÖFEB für Sabine Weiß
Sabine Weiß hat im Rahmen des „Wiener Abends“ des ÖFEB Kongress am 26.09.24 den Dissertationspreis der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB) erhalten. Der Preis besteht aus einer Open Access Publikation der Dissertation in der Reihe Beiträge zur Bildungsforschung im Waxmann Verlag. Mit diesem Preis werden ausgezeichnete Doktorarbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern prämiert. Herzliche Gratulation!
Gastvortrag
Prof. Dr. Agnes Villwock
Das Sprachumfeld und der Zugang zu einer Erstsprache sind essentiell: Entscheidende Faktoren im Spracherwerb von tauben Kindern
Zeit: 16.10.2024, 17h
Ort: Institut für Bildungswissenschaft, Universität Wien
Sensengasse 3a, Hörsaal 1 (1. Stock)
Dieser Vortrag wird auch per zoom übertragen, melden Sie sich dafür per e-Mail bei Dr. Verena Krausneker. (verena.krausneker@univie.ac.at)
Dr. Agnes Villwock ist Assistant Professor of Cognitive Science & Neuroscience am Rochester Institute of Technology, College of Science, Rochester, New York.
Sie hat extensiv zu Verarbeitung von Sprachen, speziell bei tauben Sprachnutzer:innen, publiziert.
Aktuell leitet Dr. Villwock ein DFG-Projekt zu “Ko-Aktivierung von Deutscher Gebärdensprache und deutscher Schriftsprache bei tauben bimodal-bilingualen Personen und hörenden L2/M2-Lerner*innen: Behaviorale und neuronale Korrelate im Entwicklungsverlauf”.
Der Vortrag am 16.10. wird in Deutsch und ÖGS stattfinden (Anwesenheit von Dolmetscher:innen).
Im Rahmen der Wiener Sprachgesellschaft (https://wsg.univie.ac.at/ )wird Dr. Villwock am Vortag einen weiteren Vortrag in Wien halten:
From written words to signed sentences: Behavioral findings and neural correlates of linguistic processing in deaf sign language users
Zeit: 15.10.2024 um 18.00 h
Ort: Sensengasse 3a, HS 1 (1. Stock)
Vortragssprache ist Englisch.
Beide Vorträge wenden sich an ein Fachpublikum, sind jedoch öffentlich & kostenlos - und wir freuen uns über Teilnahme von interessierten Personen!
Gastprofessur im WS 2024
Oliver Koenig, Mag. Dr. phil., ist Universitätsprofessor für Inklusive Pädagogik und Inklusionsmanagement an der Bertha von Suttner Privatuniversität in St. Pölten (Niederösterreich) und wird in diesem Semester unser Gastprofessor sein. Zuvor war er Post-Doc-Forscher am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Seine aktuellen Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind partizipative und inklusive Forschung, die gemeinsame Gestaltung inklusiver Lernräume, Transformation und Veränderung in Diensten und Organisationen für Menschen mit Behinderungen sowie personenzentrierte Planung. Die von ihm gelehrten Kurse finden Sie hier.
Gastprofessur im Sommersemester 2024:
Prof. Dr. Christian Lindmeier
von der Martin-Luther-Universität (Halle-Wittenberg) wird im Sommersemester 2024 eine Gastprofessur übernehmen und zwei Lehrveranstaltungen halten.
Vortrag und Workshop von Prof. Dr. Christian Lindmeier zum Thema "Über die notwendige Koexistenz inklusiver und spezieller Pädagogik"
Weitere Informationen zum Vortrag und Workshop findet ihr hier.
Transdisziplinäres Symposium „Übergänge in Arbeit und Arbeitserfahrungen. Menschen mit Behinderungen als Expert:innen“- veranstaltet von Helga Fasching und Vivian Schwarz
Bei dieser Veranstaltung stellen wir zwei transdisziplinäre Forschungskooperationen der Universität Wien vor. Transdisziplinär bedeutet, dass Wissenschaft mit Praxis zusammenarbeitet. Diese Zusammenarbeit heißt Kooperation. Die vorgestellten Kooperationen fanden bzw. finden in Lehrveranstaltungen am Institut für Bildungswissenschaft statt. Das erste Projekt ist abgeschlossen und ist eine Kooperation mit Projekt P.I.L.O.T. (Integration Wien). Das zweite Projekt findet in diesem Semester statt und ist eine Kooperation mit Verein Ohrenschmaus.
Mehr über diese Veranstaltung können Sie hier erfahren.
Gastvortrag (BiWi-International Wednesday Lecture Series)
Wir laden euch herzlich zu einem weiteren der Gastvorträge im Rahmen der internationalen Mittwoch-Vorlesungsserie ein. Diesmal konzentrieren wir uns auf die Arbeit von Paulo Freire. Prof. Dr. Walter Omar Kohan (Department of Childhood Studies, State University of Rio de Janeiro, Brazil) hält einen Vortrag zu "Paulo Freire, childhood and a revolutionary education". Wir freuen uns darauf, euch dort zu sehen und gemeinsam über emanzipatorische Bildung nachzudenken!
Erfahrt mehr über die Details dieser Veranstaltung hier.
Zeit: 15.11. um 17.00 Uhr
Ort: Hörsaal 1, Sensengasse 3A, 1. OG
Publikationen
Entscheidungsprozesse am inklusiven Übergang
Eine Grounded Theory Studie im Längsschnitt
Katharina Felbermayr, 2023
Die vorliegende Grounded Theory Studie untersucht Entscheidungsprozesse am Übergang von Sekundarstufe I in weitere schulische Bildung aus einer inklusiven und längsschnittlichen Perspektive.
Im Mittelpunkt des empirischen Teils stehen die Erzählungen von 5 Familien, die im Übergangs- / Entscheidungsprozess drei Mal im Abstand von einem Jahr interviewt wurden. Durch die längsschnittliche Perspektive konnten neben den Bildungsverläufen der Jugendlichen mit Behinderung die Prozesse des Entscheidens mit ihren Varianten und Phasen rekonstruiert werden. Zentral ist die Erwartung eines selbstständigen Entscheidungssubjekts. Je nach Erfüllung dieser Erwartung tritt eine andere Entscheidungsvariante in Erscheinung und geht mit einem unterschiedlichen Aktivitätsausmaß bei Jugendlichen mit Behinderung und Eltern einher.
Inklusive Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beruf
Helga Fasching, Lena Tanzer
Der Band befasst sich mit der Gestaltung von inklusiven Übergängen von der Schule in Ausbildung und Beruf. Inklusion umfasst eine fundierte Berufsorientierung, chancengerechten Zugang zum Ausbildungssystem sowie nachhaltige Partizipation am Allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen mit Behinderung stehen dabei im Fokus. Der band führt in ausgewählte Handlungsfelder und Konzepte ein und diskutiert Theorien und Begriffe unter Inklusions- und Diversitätsgeschichtspunkten.
Wie wirkt Wirklichkeit wirklich? Die gesellschaftliche Konstruktion von ‚Hochbegabung‘. Eine soziokonstruktivistische Perspektive auf eine Zuschreibung
Laura Jacqué (2021)
Der Begriff Hochbegabung“ hat sowohl in Bildungswissenschaft als auch -praxis Konjunktur. Menschen werden auf unterschiedliche Weisen nach ihrem – vor allem kognitiven Potenzial mit dem Etikett hochbegabt“ gelabelt. Menschliche Vielfalt wird so in vermeintlich ” einheitliche Cluster gefasst, wodurch unter anderem Leistung und Bildungserfolg der Gelabelten optimiert, nicht zuletzt aber auch ihre Mitmenschen entlastet werden sollen. Mit dem Label gehen implizite und explizite Erwartungshaltungen einher, welche unterschiedliche Wirkungen auf die Betroffenen und ihr Umfeld haben.
Wie aber kommt das Label Hochbegabung“ zustande und welchen (Mehr-)Wert kann es für Gelabelte und Gesellschaft haben? Anders gefragt: Inwieweit ist es eine gesellschaftliche Konstruktion und was bedeutet das für Bildungswissenschaft und -praxis?
Es zeigt sich deutlich: Ein differenziertes und (selbst-)kritisches Denken und Handeln in Bezug auf Labels in Bildungskontexten ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Die Überrepräsentation von MigrantInnen in der Sonderpädagogik
Seyda Subasi-Singh (2021)
Dieses Buch diskutiert die Überrepräsentation von SchülerInnen
mit Migrationshintergrund mit sonderpädagogischem Förderbedarf,
wobei in der Studie SchülerInnen mit türkischem Hintergrund
in Österreich im Mittelpunkt stehen. Es wird versucht, Raum für die
Zusammenführung von Erfahrungen aus erster Hand zu schaffen,
um die Komplexität des Überweisungsprozesses anzugehen und ein
Verständnis zu entwickeln, das über die Vereinfachung und lineare
Erklärungen für die Überrepräsentation von SchülerInnen mit Migrationshintergrund in nicht-vielversprechenden Schulen hinausgeht.
Inklusion, Behinderung, Gesellschaft
Bildungs-und sozialwissenschaftliche Beiträge
herausgegeben von Ingeborg Hedderich und Gottfried Biewer
2021. 236 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-7815-2427-9
44,00 EUR
auch als eBook erhältlich
Leben und gleichzeitig sterben
Sarah Braun, Udo Lakovits, Andrea Strachota
Sarah Braun erhält im Alter von 24 Jahren die Diagnose ALS, amyotrophe Lateralsklerose. Es ist ein Todesurteil, denn ihre Lebenserwartung beträgt noch drei bis fünf Jahre. Früher zu sterben als die meisten anderen im eigenen Umfeld, ist herausfordernd, weil eine andere Lebenswelt betreten wird. Dabei zuzusehen, wie ein nahestehender Mensch stirbt, ist für die meisten eine Grenzerfahrung.
Dieses Buch liefert Einblicke in den Sterbeprozess aus Sicht einer Betroffenen sowie ihrer engsten WegbegleiterInnen. Es will Hoffnung darauf machen, dass es sich lohnt, dieses Leben zu leben.
Sarah Braun, Udo Lakovits, Andrea Strachota
Leben und gleichzeitig sterben
Diagnose ALS
ca. 304 Seiten • 29,95 Euro (DE) • 30,80 Euro (AT)
ISBN 978-3-86321-452-4
Beziehungen in pädagogischen Arbeitsfeldern und ihren Transitionen über die Lebensalter
Helga Fasching (Hrsg.)
2019. 333 Seiten, kartoniert,
EUR(D) 21,90
ISBN 978-3-7815-2297-8
Pädagogische Beziehungsverhältnisse bilden oftmals die Grundlage für erfolgreiche Bildungsprozesse und stellen einen bedeutenden Interaktionsrahmen dar. Das Aufbauen, Gestalten und Verstehen von zwischenmenschlichen Beziehungen ist somit zentraler Bestandteil pädagogischer Praxis.
Gerade beim Ein- und Austritt in und aus Bildungsinstitutionen sowie an institutionellen, aber auch lebensgeschichtlich-biographischen Schnittstellen kommt professioneller pädagogischer Arbeit und Beziehungsgestaltung eine wesentliche Funktion zu.
Der inhaltliche Bogen dieses Sammelbandes spannt sich von pädagogischen Beziehungen im Bereich der Frühförderung über den Eintritt in den Kindergarten und umfasst Übergänge in, aus und innerhalb von Schulsystem, Beruf oder Tertiärbereich bis hin zu Transitionen im beruflichen Kontext und im hohen Alter.
Inklusive Berufsorientierung und berufliche Bildung – aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen Raum: 2. Beiheft der sonderpädagogischen Förderung heute
Inklusive Berufsorientierung und berufliche Bildung – aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen Raum: 2. Beiheft der sonderpädagogischen Förderung heute
Christian Lindmeier; Helga Fasching (HerausgeberIn)
Bettina Lindmeier; Dirk Sponholz
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsort Weinheim
Verlag Juventa
Seitenumfang 280
ISBN (Print) 978-3-7799-3533-9
Publikationsstatus Veröffentlicht - Jul 2019
Publikationsreihe
Name Sonderpädagogische Förderung heute
Verlag Beltz
Band 2. Beiheft

Gesellschaften / Welten / Selbst im [Um]Bruch
Sabine Krause, Michelle Proyer und Oliver Koenig (Hg*innen)
Wohin wir auch blicken – sei es in sozialen, gesellschaftlichen, ökologischen, ökonomischen, technologischen, politischen Gefügen – überall begegnen uns Veränderungen, ereignen sich Umbrüche, scheint etwas in Bewegung zu sein. Was ist es, was sich hier zu lösen beginnt, brüchig wird? Und wie gehen wir damit um? Wie stark sind wir bereit, Veränderungen zuzulassen oder Brüche auszuhalten? Was lassen wir dabei zurück, was können wir dadurch gewinnen?
Die Beiträge in dieser open access-Publikation gehen auf ganz unterschiedliche Weise an diese Fragen heran und finden vielfältige Antworten. Dabei werden Bezüge zu literarischen Beschreibungen von Umbrüchen aufgegriffen, Praxen des Helfens und der Vermittlung beschrieben und auch sprachliche Grenzziehungen thematisiert.







