Inklusive Pädagogik

Der Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik beforscht Bildungsprozesse angesichts von Behinderung und anderer Ungleichheitsdimensionen wie Geschlecht, sozio-kulturelle, sozio-ökonomische sowie ethnische Herkunft, Alter und sexuelle Orientierung in ihrer Intersektionalität und historischen Genese. Gegenstand Inklusiver Pädagogik ist seit ihrer Begründung im 19. Jahrhundert als Heilpädagogik die gemeinsame Bildung von Menschen mit und ohne Behinderung. Inklusive Pädagogik setzt die Wertschätzung menschlicher Vielfalt voraus. Sie zielt auf die Initiierung von Bildungsprozessen in heterogenen Gruppen in Bildungsinstitutionen ebenso wie auf die volle gesellschaftliche Teilhabe.

Der Arbeitsbereich forscht schwerpunktmäßig in den Bereichen: 

  • philosophische und theoretische Grundlagen (insbesondere der Ethik und der theoretischen Konstituierung der Disziplin)
  • globale und empirische Perspektiven auf Fragen von Inklusion, Partizipation, Ungleichheit, Behinderung und Bildung.
  • berufliche und gesellschaftliche Partizipation von Menschen mit Behinderungen und Benachteiligungen inkl. ihres Übergangs von Schule zu Beruf

 

 

 


Aktuelles

Workshop "Human Wellbeing as an Aim Goal of Inclusive Education?"

Von 7.-8. Juli 2022 findet am Institut für Bildungswissenschaft (HS 1) ein Workshop zum Thema "Human Wellbeing as an Aim Goal of Inclusive Education?" statt.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine formlose Anmeldung bei sabrina.podlaha@univie.ac.at

Programm

 

 

Medienbeitrag über Deutschförderklassen

Susanne Schwab leitet ein Projekt zur Evaluierung von Deutschförderklassen. In diesem Zusammenhang hat der Standard am 6.März 2022 ein Video veröffentlicht.

Beitrag im uni:view Magazin zum FWF Projekt "Kooperation für Inklusion in Bildungsübergängen" von Helga Fasching

Lesen Sie den Beitrag im uni:view Magazin!

Franziska Felder zu Gast bei "Ohne Grenzen" (ORF)

Franziska Felder hat in der ORF-Sendung "OHNE GRENZEN- das Behindertensportmagazin" in der Folge 14, die am 5.November 2021 ausgestrahlt wurde, gemeinsam mit Sportler*innen und Kabarettist*innen zum Thema "Behinderung und Humor" diskutiert.

Aktuelle Publikationen

Anmerkungen zu einem zentralen bildungswissenschaftlichen Begriff

Franziska Felder, 2022

In den letzten Jahren ist Inklusion immer stärker in den Fokus praktischer, theoretischer wie empirischer Bildungsbemühungen gerückt. Viele Veröffentlichungen berühren direkt praktische und politische Umsetzungsfragen. Relativ spärlich gestaltet sich demgegenüber der Diskurs über die theoretischen und ethischen Grundlagen von Inklusion und inklusiver Bildung. Genau an diesem Punkt setzt das Buch an. Damit liefert es einen längst fälligen Beitrag zu wichtigen Fragen: Was bedeutet Inklusion, warum ist sie wichtig und welchen Anteil hat Bildung?

Palgrave Studies in Disability and International Development
2022

This book, exploring the theoretical and practical implications of the United Nations Convention on the Rights of Persons with Disabilities (CRPD), brings together an international and interdisciplinary group of leading researchers in the areas of philosophy of disability, disability law, and disability policy. It addresses both the philosophical foundations of the CRPD as well as complex contemporary legal and policy debates.

With a comprehensive introduction outlining key milestones in the development and implementation of the CRPD, the book addresses the most fundamental questions the CRPD raises for the way we think about human rights, law, and disability, and how we operationalize rights in the legal and policy domains. The contributors traverse themes of personhood, equality, capacity, and intersectionality, explore the dilemmas involved in translating these concepts in practice, and reflect on the promises and limitations of the human rights project.

Helga Fasching, Lena Tanzer

Der Band befasst sich mit der Gestaltung von inklusiven Übergängen von der Schule in Ausbildung und Beruf. Inklusion umfasst eine fundierte Berufsorientierung, chancengerechten Zugang zum Ausbildungssystem sowie nachhaltige Partizipation am Allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen mit Behinderung stehen dabei im Fokus. Der band führt in ausgewählte Handlungsfelder und Konzepte ein und diskutiert Theorien und Begriffe unter Inklusions- und Diversitätsgeschichtspunkten.

 

Leseprobe

Laura Jacqué (2021)

 

Der Begriff Hochbegabung“ hat sowohl in Bildungswissenschaft als auch -praxis Konjunktur. Menschen werden auf unterschiedliche Weisen nach ihrem – vor allem kognitiven Potenzial mit dem Etikett hochbegabt“ gelabelt. Menschliche Vielfalt wird so in vermeintlich ” einheitliche Cluster gefasst, wodurch unter anderem Leistung und Bildungserfolg der Gelabelten optimiert, nicht zuletzt aber auch ihre Mitmenschen entlastet werden sollen. Mit dem Label gehen implizite und explizite Erwartungshaltungen einher, welche unterschiedliche Wirkungen auf die Betroffenen und ihr Umfeld haben.

Wie aber kommt das Label Hochbegabung“ zustande und welchen (Mehr-)Wert kann es für Gelabelte und Gesellschaft haben? Anders gefragt: Inwieweit ist es eine gesellschaftliche Konstruktion und was bedeutet das für Bildungswissenschaft und -praxis?

Es zeigt sich deutlich: Ein differenziertes und (selbst-)kritisches Denken und Handeln in Bezug auf Labels in Bildungskontexten ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit.

www.logos-verlag.de/cgi-bin/engbuchmid=

Seyda Subasi-Singh (2021)

Dieses Buch diskutiert die Überrepräsentation von SchülerInnen
mit Migrationshintergrund mit sonderpädagogischem Förderbedarf,
wobei in der Studie SchülerInnen mit türkischem Hintergrund
in Österreich im Mittelpunkt stehen. Es wird versucht, Raum für die
Zusammenführung von Erfahrungen aus erster Hand zu schaffen,
um die Komplexität des Überweisungsprozesses anzugehen und ein
Verständnis zu entwickeln, das über die Vereinfachung und lineare
Erklärungen für die Überrepräsentation von SchülerInnen mit Migrationshintergrund in nicht-vielversprechenden Schulen hinausgeht.

Inklusion, Behinderung, Gesellschaft
Bildungs-und sozialwissenschaftliche Beiträge
herausgegeben von Ingeborg Hedderich und Gottfried Biewer

2021. 236 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-7815-2427-9
44,00 EUR
auch als eBook erhältlich

http://dx.doi.org/10.35468/5866 

Sarah Braun, Udo Lakovits, Andrea Strachota

Sarah Braun erhält im Alter von 24 Jahren die Diagnose ALS, amyotrophe Lateralsklerose. Es ist ein Todesurteil, denn ihre Lebenserwartung beträgt noch drei bis fünf Jahre. Früher zu sterben als die meisten anderen im eigenen Umfeld, ist herausfordernd, weil eine andere Lebenswelt betreten wird. Dabei zuzusehen, wie ein nahestehender Mensch stirbt, ist für die meisten eine Grenzerfahrung.
Dieses Buch liefert Einblicke in den Sterbeprozess aus Sicht einer Betroffenen sowie ihrer engsten WegbegleiterInnen. Es will Hoffnung darauf machen, dass es sich lohnt, dieses Leben zu leben.

Sarah Braun, Udo Lakovits, Andrea Strachota
Leben und gleichzeitig sterben
Diagnose ALS
ca. 304 Seiten • 29,95 Euro (DE) • 30,80 Euro (AT)
ISBN 978-3-86321-452-4

https://ubdata.univie.ac.at/AC15537650

Helga Fasching (Hrsg.)
2019. 333 Seiten, kartoniert,
EUR(D) 21,90
ISBN 978-3-7815-2297-8

Pädagogische Beziehungsverhältnisse bilden oftmals die Grundlage für erfolgreiche Bildungsprozesse und stellen einen bedeutenden Interaktionsrahmen dar. Das Aufbauen, Gestalten und Verstehen von zwischenmenschlichen Beziehungen ist somit zentraler Bestandteil pädagogischer Praxis.
Gerade beim Ein- und Austritt in und aus Bildungsinstitutionen sowie an institutionellen, aber auch lebensgeschichtlich-biographischen Schnittstellen kommt professioneller pädagogischer Arbeit und Beziehungsgestaltung eine wesentliche Funktion zu.
Der inhaltliche Bogen dieses Sammelbandes spannt sich von pädagogischen Beziehungen im Bereich der Frühförderung über den Eintritt in den Kindergarten und umfasst Übergänge in, aus und innerhalb von Schulsystem, Beruf oder Tertiärbereich bis hin zu Transitionen im beruflichen Kontext und im hohen Alter.

https://ubdata.univie.ac.at/AC15326385

Inklusive Berufsorientierung und berufliche Bildung – aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen Raum: 2. Beiheft der sonderpädagogischen Förderung heute


Christian Lindmeier; Helga Fasching (HerausgeberIn)
Bettina Lindmeier; Dirk Sponholz

Originalsprache    Deutsch
Erscheinungsort    Weinheim
Verlag    Juventa

Seitenumfang    280
ISBN (Print)    978-3-7799-3533-9
Publikationsstatus    Veröffentlicht - Jul 2019
Publikationsreihe
Name    Sonderpädagogische Förderung heute
Verlag    Beltz
Band    2. Beiheft

   https://ubdata.univie.ac.at/AC15465051

Einleitung open access

Gesellschaften / Welten / Selbst im [Um]Bruch

Sabine Krause, Michelle Proyer und Oliver Koenig (Hg*innen)

Wohin wir auch blicken – sei es in sozialen, gesellschaftlichen, ökologischen, ökonomischen, technologischen, politischen Gefügen – überall begegnen uns Veränderungen, ereignen sich Umbrüche, scheint etwas in Bewegung zu sein. Was ist es, was sich hier zu lösen beginnt, brüchig wird? Und wie gehen wir damit um? Wie stark sind wir bereit, Veränderungen zuzulassen oder Brüche auszuhalten? Was lassen wir dabei zurück, was können wir dadurch gewinnen?

Die Beiträge in dieser open access-Publikation gehen auf ganz unterschiedliche Weise an diese Fragen heran und finden vielfältige Antworten. Dabei werden Bezüge zu literarischen Beschreibungen von Umbrüchen aufgegriffen, Praxen des Helfens und der Vermittlung beschrieben und auch sprachliche Grenzziehungen thematisiert.    

 

http://phaidra.univie.ac.at/o:706380