Institutsprofil

Das Institut für Bildungswissenschaft ist ein Ort der kritischen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Phänomenen der Bildung, Erziehung und Sozialisation. In fünf Abteilungen, die sich in elf Arbeitsbereiche gliedern, werden mit unterschiedlichen theoretischen und methodologischen Perspektiven aktuelle und historische Fragestellungen verfolgt, Probleme beschrieben, analysiert und theoretisch reflektiert. Mit seiner fachlichen Ausdifferenzierung und verschiedenen Schwerpunktsetzungen in Forschung und Lehre weist das Institut ein modernes bildungswissenschaftliches Profil auf. Die Arbeit des Instituts kann, quer zu den einzelnen Abteilungen, durch vier ‚Achsen’ beschrieben werden:

Das Spannungs- und Vermittlungsfeld zwischen bildungswissenschaftlicher Theorie und empirischer Bildungsforschung: Die Verbindung von Bildungsphilosophie und Bildungsforschung drückt sich in einer bildungstheoretischen Rückbindung aller Arbeitsbereiche des Instituts ebenso aus wie in einer Forschungskultur, die empirische Studien in bildungswissenschaftliche Theoriediskurse einbettet.

Die Dimensionierung der Gegenstandsbereiche zwischen Mikro-, Meso- und Makroperspektive: Subjektwissenschaftliche und interaktionsanalytische Zugänge zu Bildung und Lernen werden mit Forschungen zu Bildungsinstitutionen, Bildungssystemen und ihren historisch-gesellschaftlichen Kontexten in Beziehung gesetzt. Damit wird das Spektrum der Disziplin abgebildet und Anschlussfähigkeit für internationale Diskurse hergestellt. Zugleich werden Verknüpfungen zu den Nachbardisziplinen wie Philosophie, Psychologie, Soziologie und Kulturwissenschaft markiert. Die Arbeitsbereiche des Instituts sind auf der Achse Individuum – Gesellschaft unterschiedlich positioniert, ohne die Vermittlung zwischen beiden Polen aus dem Blick zu verlieren.

Bildungstheoretische und empirische Fragestellungen werden auch auf der Achse des Lebenslaufs verortet: Bildung wird als individuell-biographischer Prozess über die gesamte Lebensspanne hinweg, von der frühen Kindheit bis ins Alter, begriffen und zugleich mit Bezug auf spezifische Lebensalter und Lebenswelten untersucht. Die Lebenslaufdimension wird auch mit Blick auf die gesellschaftliche und institutionelle Organisation von Bildungsübergängen, Ausbildung und Sozialisation, nicht zuletzt im Kontext einer Politik des Lifelong Learning thematisiert.

Das Verhältnis zwischen Disziplin und Profession: Die Professionalisierung pädagogischer Berufe, die Analyse pädagogischer Praxis und die wissenschaftliche Weiterbildung sind zentrale Themen des Instituts. Pädagogisches Handeln ist in komplexe gesellschaftliche Kontexte eingebunden: Armut und soziale Ungleichheit, Migration, Heterogenität, sich wandelnde Geschlechter- und Generationsverhältnisse, Medienwelten, Mehrsprachigkeit, interkulturelle und interreligiöse Lebenswelten, Lebenslanges Lernen und viele weitere gesellschaftliche Bedingungen werden in der bildungswissenschaftlichen Forschung und Lehre reflektiert.

Die Lehre ist forschungsbasiert und verfolgt das Ziel, Studierende zur wissenschaftlichen Reflexion und zu einer forschenden Haltung gegenüber individuellen und gesellschaftlichen Problemen von Bildung und Erziehung anzuleiten. Dabei wird der Bezug zu einer späteren professionellen Praxis ebenso ernst genommen wie eine mögliche Berufsperspektive in Forschung und Wissenschaft. Im Studium der Bildungswissenschaft wird den Studierenden auf Bachelor- und Masterniveau eine breite theoretische und forschungsmethodische Fundierung sowie eine Profilbildung durch Studienschwerpunkte angeboten, die aktuelle gesellschaftliche und professionelle Herausforderungen im Feld von Bildung und Erziehung aufgreifen. Im Lehramtsstudium wird die Vermittlung bildungswissenschaftlichen Grundlagen und die wissenschaftliche Begleitung schulpädagogischer Praxis sichergestellt. Ein Doktoratsstudium und verschiedene Erweiterungscurricula sowie Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung ergänzen das Profil.

Die Forschung zeichnet sich durch eine Vielfalt von Themenfeldern und Gegenständen, von Arbeitsformen und vielfältigen methodischen Zugängen aus. Theoretische Arbeiten, vor allem im Rahmen von Dissertationen und Habilitationen, empirische Projekte und Projektverbünde, interdisziplinäre und internationale Kooperationen, Praxisforschung und Lehrforschungsprojekte sind wichtige Formate unserer Forschungspraxis (mehr dazu auf den Seiten zu Forschung und Kooperationen).